• Sommerausflug des HEV Interlaken – Oberhasli nach Grindelwald

Sommerausflug des HEV Interlaken – Oberhasli nach Grindelwald

09.09.2019 Theaterproduktion mit Musik: ALPENGLÜHEN

Eine stattliche Anzahl Mitglieder des HEV Interlaken-Oberhasli traf sich im Kongresssaal Grindelwald. Der reichhaltige Apero wurde von verschiedenen Hotelbetrieben und der Bäckerei Ringgenberg zusammengestellt und fand grossen Anklang.

Gut gestärkt ging es danach ein paar Schritte weiter zur Pfrundmatte unterhalb der Kirche. Die natürliche, prächtige Bergkulisse, der milde Sommerabend und das schlichte Bühnenbild stimmte alle auf die Aufführung des Vereins Jungfrautheater ein.

«Alpenglühen» - der Name des Theaters – zeigt eine Reise durch die Geschichte Grindelwalds der letzten 200 Jahre:
Die ersten Touristen, angelockt durch Reiseberichte von Naturforschern und Dichtern, wollten die gewaltigen Berge und das Alpenglühen mit eigenen Augen sehen. In den Tälern begegneten sie einer für sie völlig unbekannten Lebensweise der Bergbevölkerung mit viel Brauchtum und Sagen. Die Verständigung mit den Einheimischen war nicht immer leicht und wahrscheinlich hatte auch der eine oder andere Theatergast an diesem Abend seine liebe Mühe mit den alten, typischen Dialektausdrücken… Der Regisseur verstand es trefflich, den Zuschauern dann und wann ein Schmunzeln oder gar Lachen zu entlocken und mit Parallelen zur heutigen Zeit den Spiegel vorzuhalten.

Das Leben und Wirken von Pfarrer Gottfried Strasser, der grosse Brand von Grindelwald, aber auch fanatische Bergsteiger, die die Erstbegehung der Eigernordwand in den Dreissigerjahren für trügerische Propaganda missbrauchten, sind weitere Themen auf der Bühne.

Der aufkommende Massentourismus ab Mitte des letzten Jahrhunderts überrollt das Tal und führt zu ungebremstem Wachstum in verschiedensten Bereichen. Dieser Umstand, der die Alpen im wahrsten Sinne des Wortes zum Glühen und die Gletscher schmelzen lässt, veranlasst Challigrosi enttäuscht aus dem Challi beim unteren Gletscher und dem Grindelwaldtal wegzuziehen. Challigroosi war bis zu diesem Abend wohl etlichen Besuchern unbekannt. Für Grindelwald spielt der Riese aus der Grindelwalder Sagenwelt aber seit vielen hundert Jahren eine wichtige Rolle. Dies bewiesen auch die Jugendlichen, die mit ihren selber geschriebenen Voten und einem eindrücklichen Lied von Daniel Kandlbauer äusserten, wie sie sich ihre Zukunft in Grindelwald vorstellen und was sie von den Auswirkungen des anhaltenden Wachstums halten. Es ist zu hoffen, dass sich Challigrosi den Wegzug noch einmal überlegt und weiterhin zum Grindelwaldtal und seiner Bevölkerung aufpasst.

Unterstützt von verschiedensten Musikinstrumenten in den einzelnen Bildern, mit der Musik von Daniel Kandlbauer, der Band und den überzeugenden Schauspielern aus Grindelwald und der Umgebung, erlebten die Verbandsmitglieder einen ungewöhnlichen, beeindruckenden Theaterabend.

Christine Egger.