• Geschafft!

Geschafft!

11.03.2019

Mit grossem Engagement der Hauseigentümer und mit guten Argumenten konnten die vorgesehenen Verschärfungen, welche als Energiegesetz in den Gesetzbüchern hätte niedergeschrieben sein sollen, abgewendet werden. Das sehr knappe Ergebnis lässt aber darauf schliessen, dass wohl bald wieder Vorlagen, welche in eine ähnliche Richtung zielen, erarbeitet werden. Heir wird es die Aufgabe der Politiker sein, diese Elemente praxisverträglich auszugestalten.

Was kann uns das Abstimmungsresultat sonst noch aufzeigen? An den Diskussionen konnte ich feststellen, dass die ablehnende Haltung nicht eigentlich gegen die Energieeffizient, sondern besonders gegen die Regeldichte gewandt war. Auch wenn ich das Abstimmungsergebnis sehr begrüsse, so möchte ich diejenigen Hausbesitzer, welche an bevorzugt sonnigen Lagen wie am Beatenberg, am Hasliberg, in Mürren oder am sonnigen Ufer vom Brienzersee eine Liegenschaft besitzen ermuntern, sich mit der Eigenstromproduktion zu befassen. Neben dem Warmwasser und der Heizung während der Übergangsphase darf auch der zunehmende Bedarf von Strom für Klima und Kühlgeräte in der heissesten Jahreszeit nicht ausser Acht gelassen werden. Gerade diesen Bedarf können wir mit Sonnenenergie bestens decken. Hausbaumessen können daher auch für diejenigen Eigentümer spannend sein, die keinen akuten Baubedarf haben.

In der Region Oberland Ost sind wir beispielhaft gut mit Holz-Fernheizungen ausgestattet (Grindelwald, AVARI Bödeli, Meiringen), das neben vielen kleinen, eigenen Holzheizungen. Darauf dürfen wir stolz und für andere Regionen ein Vorbild sein. Diese Wärmeverbunde erzeugen neben einer CO2-neutralen Wärme auch Wertschöpfung durch Arbeit und Holzverwertung im Forst in unserer Region.

In unserer Region stehen sehr viele alte, wunderschöne Holzhäuser, welche schon viele Jahre keine umfassende Renovation erhalten haben. Diese zu sanieren ist eine grosse und teure Aufgabe, welche jedoch einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen beiträgt, ganz nach dem Motto „was nicht verloren geht, haben wir schon“. Leider stelle ich aber fest, dass willige Bauherren im Dschungel der Schutzbehörden ihr Bauvorhaben oft allzu früh einstellen. Dies muss verhindert werden, und als Lokal verankerter Politiker bin ich gerne bereit, Lösungen zu suchen und zu vermitteln. Mittlerweilen gibt es genügend gute Beispiele von gelungenen Renovationen alter Häuser, die ein modernes und neuzeitliches Wohnen ermöglichen und die notwendige Heizenergie sehr sparsam verbrauchen.

Beinahe still wurde gleichentags die eidgenössische Volksinitiative „Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ von allen Ständen verworfen, im Kanton Bern mit einem Nein-Anteil von 65 %. Es erscheint bestimmt löblich, dem Boden Sorge zu tragen, aber wir werden auch in Zukunft hier und dort etwas verbauen müssen, um uns zu Entwickeln. Und werden wir einmal wirklich Fläche brauchen, um wieder genügend Nahrungsmittel zu produzieren, geben uns Flachdächer, überdeckte Strassen und Balkonpflanzen aller Art genügend Möglichkeiten dazu. Dafür brauchen wir keine radikalen und wirklichkeitsfremde Ideologien, sondern ausgewogene, zukunftsweisende und laufend angepasste Planungselemente. Diese werden stets vorausschauend und der Allgemeinheit dienend durch die gewählten Gremien vorbereitet und durch den Souverän genehmigt. Und es wäre doch sehr wünschenswert, wenn jeder sich für sein Handeln verantwortlich fühlt und dies mit seiner Stimmkraft bezeugt. In den beiden vorgenannten Entscheiden haben leider nicht einmal 40 % unserer Mitbürger ihre Meinung bekundet, obwohl jeder das Resultat im eigenen Portemonnaie gespürt hätte.

 Ueli Abplanalp, Grossrat, Brienzwiler