• 42. Generalversammlung HEV Interlaken-Oberhasli

42. Generalversammlung HEV Interlaken-Oberhasli

08.04.2019 Christine Egger

Die 42. Generalversammlung eröffnete die RED BULL Dance Crew aus Bönigen mit einer rassigen Streetdance-Darbietung. Mit ebenso rassigen Steelband-Klängen ging es weiter, bevor Marc Werren zum ersten Mal in seiner Funktion als Präsident eine grosse Anzahl Vereinsmitglieder und Gäste begrüssen durfte.

Er führte kompetent und zügig durch die Traktanden. Den im Bulletin abgedruckten Jahresbericht ergänzte der Präsident zu einigen Themen:
Die Gemeinden Interlaken, Unterseen und Ringgenberg reagierten stark auf unseren Herbstanlass zum Thema AirBnB. Sie erliessen Planungszonen, die die Bautätigkeit massiv beeinträchtigen und in die Eigentumsfreiheit eingreifen. Der Hauseigentümerverband Interlaken-Oberhasli hat deshalb gegen alle drei Entscheide Einsprachen eingereicht.
Die in der Ostschweiz zentralisierte Webseite des HEV wird als nicht kundenfreundlich empfunden und die Informationen sind nur sehr schwer oder gar nicht auffindbar. Auch die Führung der Mitgliederdateien bei der gleichen Firma ist unbefriedigend.
Beide Problemfelder beschäftigten den Vorstand mehrmals und entsprechende Wünsche wurden beim kantonalen Verband hinterlegt.

Kassier Andreas Bernhard erläuterte die Finanzen unseres Verbandes, die mit einem Verlust von knapp CHF 4'000.00 abschliessen. Mindereinnahmen gab es bei den Mitgliederbeiträgen und den Inseraten im Bulletin. Andererseits entstanden unerwartete Mehrkosten am Sommeranlass, beim Grossaufmarsch zum Informationsanlass «Spannungsfeld AirBnB» und wegen höheren Beiträgen an den Kantonalverband für den Abstimmungskampf gegen das Energiegesetz.
Nach den Empfehlungen der Revisoren genehmigten die Mitglieder die Verbandsrechnung 2018 einstimmig. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt.
Das vorgestellte Budget für 2019 bewegt sich in ähnlichem Rahmen, rechnet aber mit einem Einnahmenüberschuss von CHF 5'900.00. Budget und die gleichbleibenden Mitgliederbeiträge wurden von der Versammlung gutgeheissen.

Nach dem Ausscheiden von Geri Fischer aus dem Grossen Rat, hat der Vorstand wie angekündigt nach einem neu gewählten Mitglied Ausschau gehalten. Es ist für uns ausserordentlich wichtig, einen Grossrat in unserem Vorstand zu haben, um über Entwicklungen und Stimmungslagen im Kantonsparlament Informationen aus erster Hand zu erhalten. Ueli Abplanalp, neu gewählter Grossrat und Meisterlandwirt aus Brienzwiler, hat sich bereit erklärt, in unserem Vorstand mitzuarbeiten. Er nahm bereits an den Vorstandssitzungen teil und bediente uns mit wertvollen Informationen.
Die Mitglieder nahmen den Wahlvorschlag des Vorstandes zur Kenntnis und wählten Ueli Abplanalp einstimmig und mit grossem Applaus als neues Vorstandsmitglied.
Ueli Abplanalp bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und stellte sich mit sympathischen Worten kurz vor. Er erklärte, dass er für die Anliegen von Verbandsmitgliedern stets ein offenes Ohr haben werde.

Der Präsident wies auf den Sommeranlass vom 22. August 2019 in Grindelwald hin. «Alpenglühen» heisst das Stück und Grindelwald selbst ist Protagonist oder eben Hauptdarsteller. Es zeigt verschiedene Stationen in der Geschichte des Tales von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft. Ein einmaliges Erlebnis, für das der Vorstand die ganze Vorstellung vom 22. August 2019 reserviert hat. Von den 450 Plätzen sind im Moment noch ca. 140 Eintrittskarten verfügbar.
Am 19. November 2019 wird alsdann der Winteranlass im Kirchgemeindehaus Matten stattfinden. Referent wird der neue Chef des Amtes für amtliche Bewertung sein. Dementsprechend werden Themen der amtlichen Bewertung aus verschiedenen Gesichtspunkten erläutert.

Nachdem Marc Werren die 42. Generalversammlung schliessen konnte, präsentierte Peter Brand, Präsident des Hauseigentümerverbandes Kanton Bern einen kurzen Überblick über Themen, die den Kantonalverband und den schweizerischen Verband auf politischer Ebene beschäftigen. Als erstes stellte er erfreut fest, dass sämtliche Gemeinden im Einzugsgebiet unserer Sektion das neue Energiegesetz abgelehnt haben. Er hielt aber auch fest, dass diese Ablehnung nichts damit zu tun habe, dass sich der Hauseigentümerverband nicht am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen wolle. Die Hauseigentümer hätten die Vorgaben des Bundesrates im Kampf gegen den Klimawandel nicht nur erreicht, sondern sogar deutlich übertroffen. Handlungsbedarf bestehe deshalb nicht beim Energieverbrauch der Hauseigentümer, sondern bei andern Energieverbrauchern.
Peter Brand dankte unserer Sektion auch für die initiative Mitarbeit und den Kampf gegen die Aushöhlung der Eigentumsfreiheit durch den Erlass von Planungszonen.
Zum Schluss informierte er über den aktuellen Stand der Debatte im Zusammenhang mit der Abschaffung des Eigenmietwertes. Noch sind verschiedene Fragen, die die Hauseigentümer direkt betreffen, nicht geklärt. Es wird Sache des Schweizerischen Verbandes sein, hier unsere Interessen zu vertreten und dafür zu sorgen, dass eine ausgewogene Vorlage genehmigt wird, welche sich schlussendlich nicht zum Nachteil der Hauseigentümer auswirkt.

Die Versammlung verdankte den Besuch von Peter Brand und seine Worte mit einem grossen Applaus.

Nun waren noch einmal die motivierten und aufgestellten Jugendlichen aus Bönigen mit ihren Tanzdarbietungen und den karibischen Steelband-Klängen an der Reihe.
Sie rissen die Versammlungsteilnehmer zwar nicht gerade von den Stühlen, aber einige – auch ältere Anwesende – klopften doch zumindest den Takt und bewegten Kopf und Beine. Spass machte es auf jeden Fall. 
Einer Tänzerin jedoch, die am 26. März 2019 ihren 12. Geburtstag feierte, gratulierten die Anwesenden mit einem Geburtstagsständchen mit Akkordeonbegleitung! Wahrscheinlich erstmalig bei Generalversammlungen des HEV Interlaken-Oberhasli.
Die RED BULL Dance Crew besteht aus 5 Mädchen und 5 Jungs, die während einem Schulprojekt die Freude am Tanzen entdeckten. Sie trainieren einmal in der Woche mit Stéphanie Trafelet und wurden nach mehreren Auftritten an den kantonalen School Dance Award angemeldet. Diesen konnten sie gewinnen und die schweizerischen Meisterschaften beendeten sie anschliessend auf dem 4. Rang.
Die Steelband der Schule Bönigen wird von Lotti Spahni geleitet. Sie besteht aus 9 Schülerinnen und Schülern der Mittel- und Oberstufe. Auch sie proben einmal in der Woche und treten alljährlich am Examen der Schule Bönigen auf.
In ein paar Jahren werden einige der aktiven Jugendlichen hoffentlich dem HEV Interlaken-Oberhasli beitreten und ihr Engagement als Mitglieder oder im sogar im Vorstand einsetzen.

Ein Imbissteller der Küche des Hotels City Oberland bildete den Abschluss der Versammlung, und zum Geniessen konnte ausgiebig über Gott und die Welt diskutiert werden.

Christine Egger